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Meeresspiegel und Küsten während der Eiszeit
Wenn mehr Wasser als Eis an Land gespeichert ist, bleibt weniger im Ozean. Während des letzten glazialen Maximums lagen große flache Schelfgebiete oberhalb des Meeresspiegels.
Wie viel niedriger lag das Meer?
Der IPCC AR6 nennt für das glaziale Maximum einen globalen mittleren Meeresspiegel etwa 125–134 m unter dem heutigen Niveau. Das ist eine bewertete Spanne, keine Aussage über exakt 130 m an jedem Küstenort.
Quellenangaben: IPCC (2021) — AR6 Working Group I, Chapter 9, Table 9.6
Was die Zeitleiste anzeigt
Der Atlas verwendet die von NOAA bereitgestellte Meeresspiegelkurve von Spratt und Lisiecki. Ihr 0-ka-Wert von +8,49 m wird von allen Werten abgezogen, sodass die heutige Referenz null ist. Zwischen den 1.000-Jahres-Stützstellen wird linear interpoliert.
Die Veröffentlichung nennt über die gesamte Kurve eine mittlere Unsicherheit von etwa 9–12 m bei einer Standardabweichung. Das ist kein lokales Unsicherheitsintervall dieser Karte. Eine Bedienung in 100-Jahres-Schritten schafft keine entsprechenden Beobachtungen.
Quellenangaben: Spratt & Lisiecki (2016) — A Late Pleistocene sea level stackNOAA Paleoclimatology — Spratt and Lisiecki sea-level dataset
Warum lokale Küsten abweichen
Relativer Meeresspiegel beschreibt die Meeresoberfläche im Verhältnis zum Land an einem Ort. Be- und Entlastung durch Eis verformen die feste Erde; Änderungen der Eismasse beeinflussen auch Schwerkraft und Wasserverteilung.
Der Atlas vergleicht heutige ETOPO1-Höhen mit einem globalen Pegel. Regionale Veränderungen, glazialisostatische Anpassung, Sedimentänderungen und die Verbindung tiefer Becken zum Ozean bleiben unberücksichtigt. Die Küsten liefern einen groben geografischen Zusammenhang.
Quellenangaben: IPCC (2021) — AR6 Working Group I, Chapter 9, Table 9.6NOAA — ETOPO1 Global Relief Model
Die Farben richtig lesen
Die Ebene für freiliegendes Land markiert heute unter Wasser liegendes Gelände oberhalb des gewählten Pegels. Sie zeigt keine Siedlungen, Vegetation, schiffbaren Flüsse oder belegten Wanderungsrouten. Dafür sind regionale Untersuchungen erforderlich.